Was wir aus den
neuesten Erkenntnissen der Gehirnforschung
für die
Personalentwicklung ableiten können.
In diesem Beitrag geht es um
die Welt der Gefühle. Die IMU hat von Anbeginn an daran
gearbeitet, neben den kognitiven (wissensorientierten) Inhalten der
Personalentwicklung - mehr als üblich - auch emotionale
Komponenten zu berücksichtigen; denn die unzähligen
Informationen, die täglich an uns vorüberrauschen, können
nur dann ihren Halt in unserem Gedächtnis finden, wenn die "Amygdala"
(zu deutsch: Der Mandelkern) im Spiel ist. Das, was wir Bewußtsein
nennen, ist ohne diese emotionale Schaltstelle nicht denkbar. Mit
anderen Worten: Ohne Gefühl geht gar nichts, auch nicht das,
was wir mit Logik oder Sachlichkeit zu erreichen suchen.
Die
Amygdala ist Teil des limbischen Systems, einem etwa kreisförmigen
Ballungsgebiet am Boden der Großhirnrinde. Dort strömen
alle Informationen, die von den verschiedenen Stellen des Gehirns
aufgenommen werden, zusammen und durchlaufen das limbische System
wie einen Art Datenfilter. Dort wird letztlich entschieden, was
wichtig für uns ist und was nicht. Um das zu erreichen, ist der
Mandelkern wie kein anderer Ort im Gehirn mit Bindestellen für
körpereigene Stimulanzen bespickt, mit Rezeptoren für
Opiate, für Noradrenalin, Vasopressin, CCK und vielen anderen.
Experimente haben gezeigt, daß beim Lernen die
Lektionen sich dann unvergeßlich einprägen, wenn dieser
Cocktail von Hormonen im Spiel ist. Der Mandelkern ist anscheinend
auch unbedingt erforderlich, um soziale Signale aus der Umgebung
richtig einzuordnen. Menschen mit beschädigter Amygdala sind
nicht mehr in der Lage, unterschiedliche Gesichtsausdrücke
auseinanderzuhalten und ihre emotionale Bedeutung abzulesen.
Damit
haben sie die äußerst wichtige Fähigkeit der Entschlüsselung
von Körpersprache verloren. Eine sanfte Berührung, ein
leiser Unterton in der Stimme, ein Anflug von Mißbilligung im
Gesichtsausdruck eines anderen Menschen: Für alle diese Signale
sind solche Menschen "blind".
Für Aktivitäten
in der Personalentwicklung bedeuten diese Erkenntnisse, daß
nur emotional begleitete Sequenzen zu einer tiefen Gedächtnisspur,
zu einem nachhaltigen Eindruck führen können. Diese
Erkenntnis versuchen wir über die affektive Lernzielbestimmung
so umfassend wie möglich zu berücksichtigen. Damit heben
wir uns bewußt von den meisten Wettbewerbern ab.