"Es ist nicht genug zu wissen, man muß es auch anwenden können."
(Johann Wolfgang von Goethe)

Das fiel uns auf
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Was wir aus den neuesten Erkenntnissen der Gehirnforschung
für die Personalentwicklung ableiten können.


In diesem Beitrag geht es um die Welt der Gefühle. Die IMU hat von Anbeginn an daran gearbeitet, neben den kognitiven (wissensorientierten) Inhalten der Personalentwicklung - mehr als üblich - auch emotionale Komponenten zu berücksichtigen; denn die unzähligen Informationen, die täglich an uns vorüberrauschen, können nur dann ihren Halt in unserem Gedächtnis finden, wenn die "Amygdala" (zu deutsch: Der Mandelkern) im Spiel ist. Das, was wir Bewußtsein nennen, ist ohne diese emotionale Schaltstelle nicht denkbar. Mit anderen Worten: Ohne Gefühl geht gar nichts, auch nicht das, was wir mit Logik oder Sachlichkeit zu erreichen suchen.

Die Amygdala ist Teil des limbischen Systems, einem etwa kreisförmigen Ballungsgebiet am Boden der Großhirnrinde. Dort strömen alle Informationen, die von den verschiedenen Stellen des Gehirns aufgenommen werden, zusammen und durchlaufen das limbische System wie einen Art Datenfilter. Dort wird letztlich entschieden, was wichtig für uns ist und was nicht. Um das zu erreichen, ist der Mandelkern wie kein anderer Ort im Gehirn mit Bindestellen für körpereigene Stimulanzen bespickt, mit Rezeptoren für Opiate, für Noradrenalin, Vasopressin, CCK und vielen anderen.

Experimente haben gezeigt, daß beim Lernen die Lektionen sich dann unvergeßlich einprägen, wenn dieser Cocktail von Hormonen im Spiel ist. Der Mandelkern ist anscheinend auch unbedingt erforderlich, um soziale Signale aus der Umgebung richtig einzuordnen. Menschen mit beschädigter Amygdala sind nicht mehr in der Lage, unterschiedliche Gesichtsausdrücke auseinanderzuhalten und ihre emotionale Bedeutung abzulesen.

Damit haben sie die äußerst wichtige Fähigkeit der Entschlüsselung von Körpersprache verloren. Eine sanfte Berührung, ein leiser Unterton in der Stimme, ein Anflug von Mißbilligung im Gesichtsausdruck eines anderen Menschen: Für alle diese Signale sind solche Menschen "blind".

Für Aktivitäten in der Personalentwicklung bedeuten diese Erkenntnisse, daß nur emotional begleitete Sequenzen zu einer tiefen Gedächtnisspur, zu einem nachhaltigen Eindruck führen können. Diese Erkenntnis versuchen wir über die affektive Lernzielbestimmung so umfassend wie möglich zu berücksichtigen. Damit heben wir uns bewußt von den meisten Wettbewerbern ab.


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